Seen im Allgäu: Die schönsten Ausflugsziele

Das Wichtigste in Kürze:
- Der Große Alpsee bei Immenstadt ist mit 2,4 km² der größte Natursee im Allgäu.
- Der Alpsee bei Schwangau überzeugt mit ausgezeichneter Wasserqualität und einer Tiefe von 62 Metern.
- Der Forggensee gilt als größter Stausee Deutschlands und liegt direkt vor der Kulisse von Schloss Neuschwanstein.
- Neben den großen Namen gibt es zahlreiche kleinere Bergseen und Badeseen, die je nach Interesse Ruhe, Aussicht oder Familienspaß bieten.
Wer im Allgäu Urlaub macht, kommt an den Seen nicht vorbei. Zwischen Alpenausläufern und Voralpenland liegt eine Wasserlandschaft, die von tiefblauen Bergseen bis zu weitläufigen Badeseen alles bereithält. Die Auswahl ist groß, und genau das macht die Entscheidung schwer: Soll es der bekannte Postkarten-See sein oder lieber ein stiller Fleck abseits der Touristenströme? Dieser Überblick ordnet die wichtigsten Seen im Allgäu nach Größe, Eignung und Charakter und hilft dabei, den passenden für den eigenen Ausflug zu finden.
Der Große Alpsee: größter Natursee im Allgäu
Der Große Alpsee bei Immenstadt ist die unangefochtene Nummer eins unter den Allgäuer Naturseen. Mit einer Fläche von 2,4 Quadratkilometern übertrifft er alle anderen natürlichen Gewässer der Region deutlich. Eingebettet zwischen bewaldeten Hügeln und mit Blick auf die umliegenden Berge, wirkt der See fast mediterran, sobald die Sonne auf das Wasser trifft.
Rund um den Alpsee führt ein Wanderweg, der auch mit Kinderwagen oder Fahrrad gut zu bewältigen ist. Wer es ruhiger mag, findet an den weniger belebten Uferabschnitten Platz zum Verweilen, während die Hauptbadestellen im Sommer deutlich mehr Betrieb verzeichnen. Der See lädt zum Schwimmen ein, ebenso zum Stand-up-Paddeln oder zu einer Runde mit dem Tretboot. Für einen entspannten Nachmittag ohne großen Aufwand ist er die naheliegendste Wahl im Allgäu.
Der Alpsee bei Schwangau: Baden vor Schloss-Kulisse
Nicht zu verwechseln mit dem Großen Alpsee bei Immenstadt ist der Alpsee bei Schwangau, der zwar kleiner ausfällt, dafür aber mit einer der spektakulärsten Kulissen Deutschlands punktet. Mit 0,88 Quadratkilometern Fläche und einer maximalen Tiefe von 62 Metern zählt er zu den tiefsten Seen der Region. Die Wasserqualität gilt als ausgezeichnet, was ihn zu einem beliebten Ziel für alle macht, die Wert auf klares Wasser legen.
Direkt am Ufer liegt das Alpseebad Hohenschwangau, das als offizielle Badestelle dient und Infrastruktur wie Umkleiden und Liegewiesen bietet. Der besondere Reiz liegt jedoch im Blick: Von hier aus sind sowohl Schloss Neuschwanstein als auch Schloss Hohenschwangau zu sehen, was den See zu einem der meistfotografierten Gewässer im Allgäu macht. Wer früh am Morgen kommt, bevor die Tagesausflügler eintreffen, erlebt die Stille des Sees fast ungestört, nur unterbrochen vom Rufen einzelner Wasservögel und dem leisen Plätschern am Ufer.
Der Forggensee: Deutschlands größter Stausee
Ein Fluss statt eines natürlichen Beckens bildet die Grundlage für den Forggensee, der als größter Stausee Deutschlands gilt. Er entstand durch die Aufstauung des Lechs und liegt landschaftlich reizvoll in unmittelbarer Nähe zu Schloss Neuschwanstein. Damit vereint er zwei Attraktionen, die viele Besucher gleich an einem Tag ansteuern.
Besonders im Sommer zieht der Forggensee Wassersportler an, die hier segeln, surfen oder mit dem Kanu unterwegs sind. Eine Rundwanderung oder Radtour um den See ist mit rund 30 Kilometern eine ausgedehnte Unternehmung, lässt sich aber auch in Etappen erleben. Wer im Herbst kommt, sollte wissen, dass der Wasserstand aus technischen Gründen abgesenkt wird, wodurch der See zeitweise deutlich kleiner ausfällt als im Hochsommer. Diese Besonderheit überrascht viele Erstbesucher, die den See nur aus Sommerfotos kennen.
Weitere Badeseen für den Familienausflug
Neben den drei großen Namen gibt es im Allgäu eine ganze Reihe kleinerer Badeseen, die sich besonders für Familien eignen. Sie liegen oft abseits der Hauptrouten, sind flacher und dadurch wärmer, und bieten häufig ruhigere Wasserflächen ohne größeren Bootsverkehr.
Diese Seen punkten meist nicht durch spektakuläre Kulissen, sondern durch Zugänglichkeit: kurze Wege vom Parkplatz, sanft abfallende Ufer und Liegewiesen, die auch mit kleinen Kindern gut zu handhaben sind. Wer einen Tag ohne große Anfahrt und ohne Menschenmassen plant, findet hier oft die entspanntere Alternative zu den bekannteren Gewässern. Gerade an heißen Sommertagen lohnt sich ein Blick auf diese weniger frequentierten Ziele, weil sich der Andrang an den großen Seen dann deutlich spürbar macht.
Bergseen in den Allgäuer Alpen für Wanderer
Wer bereit ist, für ein Bad im See auch einen Aufstieg in Kauf zu nehmen, wird in den Allgäuer Alpen fündig. Zahlreiche Bergseen liegen auf Höhen zwischen 1000 und über 1800 Metern und sind nur zu Fuß erreichbar. Die Wanderungen dorthin dauern je nach Ausgangspunkt zwischen einer und mehreren Stunden.
Der Lohn für die Anstrengung ist meist ein kristallklares, aber kühles Gewässer, umgeben von schroffen Felswänden oder Almwiesen. Diese Seen sind selten überlaufen, weil der Zugang Kondition und oft auch etwas Trittsicherheit erfordert. Die Stille an einem solchen Bergsee, unterbrochen nur vom Wind und gelegentlichem Kuhglockenläuten, ist für viele Wanderer der eigentliche Höhepunkt der Tour, wichtiger noch als das kalte Bad selbst. Wer plant, einen dieser Seen zu besuchen, sollte auf festes Schuhwerk und ausreichend Wasser achten, da es unterwegs selten Einkehrmöglichkeiten gibt.
Empfehlung nach Reisetyp
Für einen entspannten Tag mit der Familie und kurzer Anfahrt eignet sich der Große Alpsee bei Immenstadt am besten, da er Infrastruktur, Wassersportangebote und gut ausgebaute Wanderwege rund um das Ufer bietet. Wer die berühmte Schloss-Kulisse erleben möchte und dabei nicht auf gute Wasserqualität verzichten will, ist am Alpsee bei Schwangau richtig, besonders am frühen Morgen abseits der Tagesausflügler. Aktive Wassersportler und alle, die gerne mit dem Rad unterwegs sind, finden am Forggensee die größte Fläche und die meisten Möglichkeiten für Segeln, Surfen oder eine ausgedehnte Umrundung. Wer dagegen Ruhe und Bewegung sucht, sollte einen der Bergseen in den Allgäuer Alpen ansteuern, auch wenn dafür ein Aufstieg von ein bis zwei Stunden nötig ist.
Häufige Fragen
Welcher ist der schönste See im Allgäu?
Das hängt stark vom persönlichen Geschmack ab. Der Alpsee bei Schwangau punktet mit der Schloss-Kulisse, der Große Alpsee bei Immenstadt mit seiner Größe und den vielseitigen Freizeitmöglichkeiten. Wer stille Naturmomente sucht, findet die schönsten Ausblicke oft an einem der kleineren Bergseen in den Allgäuer Alpen.
Welcher See im Allgäu eignet sich am besten zum Baden?
Der Alpsee bei Schwangau gilt wegen seiner ausgezeichneten Wasserqualität als besonders geeignet. Auch der Große Alpsee bei Immenstadt bietet gute Badebedingungen mit ausgewiesenen Badestellen. Für Familien mit kleinen Kindern lohnt sich zusätzlich ein Blick auf die kleineren, flacheren Badeseen der Region.
Ist der Forggensee im Winter zugänglich?
Der Wasserstand des Forggensees wird im Herbst und Winter aus technischen Gründen deutlich abgesenkt, wodurch der See zeitweise viel kleiner erscheint als im Sommer. Wandern und Radfahren rund um den See sind trotzdem möglich, das Ufer verändert sich dadurch aber sichtbar.
Wie viele Seen gibt es im Allgäu insgesamt?
Die genaue Zahl variiert je nach Zählweise, da neben großen bekannten Seen auch kleine Bergseen und Weiher mitgezählt werden können. Übersichten nennen häufig rund 20 nennenswerte Seen im Allgäu sowie eine ähnliche Anzahl speziell in den Allgäuer Alpen.
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