Kurzzusammenfassung
- Der Schrecksee im Allgäu ist mit seinem türkisblauen Wasser und der kleinen Insel einzigartig unter den deutschen Bergseen – perfekt für Naturfans und Fotograf:innen.
- Die Wanderung zum See ist anspruchsvoll, aber machbar: Rund 18 km, über 1.000 Höhenmeter und 5–6 Stunden Gehzeit solltet ihr einplanen.
- Wer gut vorbereitet ist – mit frühem Start, passender Ausrüstung und ausreichend Wasser – wird mit einem unvergesslichen Panorama und einem der fotogensten Orte der Alpen belohnt.
Was macht den Schrecksee so besonders?
Der Schrecksee im Allgäu ist kein gewöhnlicher Bergsee. Er liegt auf rund 1.813 Metern Höhe in den Allgäuer Alpen und gilt als einer der schönsten Naturplätze Deutschlands. Was ihn so besonders macht, ist seine außergewöhnliche Lage in einem grünen Hochkessel, umrahmt von schroffen Gipfeln – und vor allem: die kleine Insel in der Mitte des türkisfarbenen Wassers. Dieses Motiv sorgt dafür, dass der See inzwischen Kultstatus auf Instagram und Wanderblogs erreicht hat.
Anders als viele andere Seen ist der Schrecksee nicht mit dem Auto oder Seilbahn erreichbar. Wer ihn erleben will, muss sich den Weg erwandern – das macht den Moment am Ufer umso kostbarer. Aufgrund seiner abgeschiedenen Lage und der streng geschützten Natur (er liegt im Naturschutzgebiet „Allgäuer Hochalpen“) ist der See auch ein Rückzugsort für Wildtiere und Pflanzen – und für euch eine Gelegenheit, echtes Alpen-Feeling fernab vom Massentourismus zu erleben.
Wie gelangt ihr zum Schrecksee und wo beginnt die Wanderung?
Die Anreise zum Schrecksee erfolgt am besten über das Ostallgäu, konkret: der Ort Hinterstein bei Bad Hindelang ist euer Startpunkt. Dort beginnt der Zustieg zum Bergsee – allerdings liegt zwischen Parkplatz und Wanderstart noch eine kleine logistische Besonderheit.
So kommt ihr zum Ausgangspunkt:
- Autoanreise: Parkmöglichkeiten gibt es im kleinen Ort Hinterstein, z. B. am „Parkplatz Auf der Höh“.
- Shuttlebus nötig: Die ersten Kilometer der Strecke führen durch ein Fahrverbot – ihr müsst also mit dem Pendlerbus zur Haltestelle „Auele“ fahren, dem eigentlichen Startpunkt der Wanderung.
- Fahrzeiten beachten: Der Bus fährt in der Regel von Mai bis Oktober und sollte bei Wochenendbesuchen früh gebucht werden – morgens ist er schnell voll.
- Alternative Anreise: Mit Bahn und Bus kommt ihr über Sonthofen nach Bad Hindelang und von dort ebenfalls mit dem Shuttle zur Auele-Hütte.
Tipp: Wer besonders früh unterwegs sein möchte, kann auch mit dem Fahrrad bis zur Haltestelle fahren (etwa 4 km) und dort das Rad parken. So seid ihr unabhängiger vom Fahrplan und startet vor der ersten Buswelle.
Wie anspruchsvoll ist die Wanderung zum Schrecksee?
Die Wanderung zum Schrecksee ist landschaftlich atemberaubend – aber sie ist auch sportlich fordernd. Das bedeutet: Wer keine Bergwander-Erfahrung hat oder gesundheitlich eingeschränkt ist, sollte sich eine andere Tour aussuchen. Für fitte Wandernde mit Trittsicherheit und Ausdauer ist die Tour aber gut machbar.
Fakten zur Route:
| Kategorie | Wert |
| Distanz (hin & zurück) | ca. 17–19 km |
| Höhenmeter | ca. 1.000–1.100 hm |
| Dauer | ca. 5,5–7 Stunden |
| Schwierigkeit | mittelschwer – teils steil, aber kein Klettersteig |
Ihr startet auf einem Forstweg, der später in schmale Wanderpfade übergeht. Besonders der letzte Abschnitt kurz vor dem See ist steil und alpin, aber technisch nicht gefährlich. Bei Nässe kann der Weg rutschig sein – gutes Schuhwerk ist Pflicht. Auch ein stabiles Wetterfenster ist wichtig: Bei Nebel, Gewitter oder Schnee ist von der Tour abzuraten.
Tipp: Früh losgehen lohnt sich. Ihr habt dann mehr Ruhe am See, bessere Lichtverhältnisse fürs Fotografieren – und müsst euch beim Abstieg nicht beeilen.
Welche Tipps helfen euch beim perfekten Schrecksee-Besuch?
Ein Besuch am Schrecksee ist unvergesslich – wenn ihr ihn gut plant. Denn durch seine Lage im Naturschutzgebiet, die hohe Beliebtheit und die anspruchsvolle Strecke gibt es einige Dinge, die ihr beachten solltet, damit euer Tag sicher, entspannt und naturverträglich abläuft.
Die besten Tipps auf einen Blick:
- Früh starten – am besten mit dem ersten Shuttlebus oder per Rad, um Menschenmassen zu vermeiden.
- Wetter checken: Kein Spaß bei Gewitter, Nebel oder starker Hitze – ideal sind klare, stabile Sommertage.
- Richtige Ausrüstung: Knöchelhohe Wanderschuhe, Regenschutz, Sonnencreme, Sonnenbrille, ausreichend Wasser (mind. 2 Liter), Snacks.
- Keine Drohne erlaubt: Der Schrecksee liegt im Naturschutzgebiet – Drohnenflüge sind verboten. Auch Baden ist offiziell nicht erlaubt.
- Müll wieder mitnehmen: Es gibt keine Mülleimer – alles, was ihr hochtragt, muss wieder mit zurück.
- Rücksicht auf Natur & Tiere: Bleibt auf den Wegen, macht keinen Lärm, lasst Pflanzen und Tiere in Ruhe.
- Einkehr einplanen: Auf dem Rückweg könnt ihr z. B. in Bad Hindelang oder Hinterstein einkehren – am Schrecksee selbst gibt es keine Hütte.
Mit Rücksicht, guter Planung und Respekt für die Umgebung erlebt ihr hier ein echtes Bergabenteuer – und das Gefühl, sich einen magischen Ort wirklich verdient zu haben.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
F: Wie lange dauert die Wanderung zum Schrecksee?
A: Je nach Kondition und Pausen solltet ihr mit 5,5 bis 7 Stunden für Hin- und Rückweg rechnen.
F: Kann man am Schrecksee baden?
A: Nein. Der See liegt im Naturschutzgebiet – aus Rücksicht auf das sensible Ökosystem ist Baden nicht gestattet.
F: Ist die Tour auch für Anfänger geeignet?
A: Nicht unbedingt. Die Strecke ist konditionell anspruchsvoll – Trittsicherheit, Ausdauer und Bergerfahrung sind empfehlenswert.
F: Gibt es am Schrecksee Einkehrmöglichkeiten oder Toiletten?
A: Nein. Am See selbst gibt es keine Infrastruktur. Alles, was ihr braucht, müsst ihr mitnehmen – inklusive Verpflegung.
F: Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?
A: Von Juni bis Oktober, bei stabilem Wetter. Im Frühjahr liegt oft noch Schnee, im Spätherbst kann es schnell umschlagen.


